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Unterstufe

Veröffentlicht in Lernen und Lehren

Lernen in der Unterstufe

Im Mittelpunkt der Unterstufe steht kein Erziehungsprogramm, sondern ein an den Bedürfnissen der Kinder orientierter Unterricht. Ihre jeweilig körperlich-seelisch-geistige Entwicklung bildet die Grundlage für eine altersgemäße Entwicklung und Förderung.

Musizieren fördert den Gemeinschaftssinn.Musizieren fördert den Gemeinschaftssinn.Das gemeinsame Tun wird gefördert durch das bewegliche Klassenzimmer. Im Hauptunterricht wird im "rhythmischen Teil" der Gemeinschaftssinn durch Singen, Musizieren und Rezitieren gefördert und gestärkt. Die Liebe zur Musik und die Begeisterung für die Sprache bilden hierfür eine ideale Grundlage und wirkt gleichzeitig belebend und harmonisierend. Je jünger die Klassen, um so intensiver und bewegungsbetonter wird dieser erste Unterrichtsabschnitt durchgeführt.

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Im "Arbeitsteil" vermitteln die Lehrer nun das, was sie für die jeweilige Epoche sorgfältig vorbereitet haben. Hier steht nicht nur die reine Wissensvermittlung im Vordergrund. Wichtig ist vielmehr, wie intensiv sich die Lehrer mit den Inhalten verbunden haben. Nur ein Unterricht der aus innerer Überzeugung heraus gegeben wird, ist in der Lage die Kinder wirklich zu erreichen und ihre Gefühlswelt immer stärker zu wecken und zu kultivieren. So fördern wir eine tiefgreifendere persönliche Verbindung mit den Inhalten.

Durch die am folgenden Tag geführte Nachbesprechung vertiefen die Kinder ihr Wissen. Erst am darauffolgenden Tag findet so etwas wie eine Zusammenfassung und Beurteilung statt. Dies übt und fördert den Reifungsprozess von Gedanken und beugt einer vorschnellen Be- oder Verurteilung vor.

Aus dem Gelernten fertigen die Kinder ihre "Epochenhefte" an. Eine Sammlung aus Gemeinschaftstexten und Aufsätzen werden zu einem eigenen "Lehrbuch" zusammengefügt. Sorgfältig gestaltet und mit anschaulichen Bildern versehen sind sie ein ganz persönliches Zeugnis für das, was sie in den 3- 4 Wochen einer Epoche erlebt und gelernt haben.

Den Hauptunterricht rundet der "Erzählteil" ab. Geschichten aus den jeweiligen Jahrgangsthemen laden zum Lauschen und Träumen ein und lassen so eineinhalb arbeitsreiche, vielfältige und belebende Stunden ausklingen.

Peter Stark

  • Der reichhaltige Schatz an Erzählungen der von den Gebrüdern Grimm überliefert wurde, bietet hier eine wahre Fundgrube für Charakter und Seelenbilder anhand derer die Schüler die Welt erleben und verstehen lernen.
  • Durchaus deftig können die Bilder der Fabeln sein.  Die Tiergestalten zeigen menschliche Seeleneigenschaften wie Neid, Hass, Habgier, List und Stolz, seltener Güte, Großherzigkeit und Liebe. Sie halten uns in ihrer bildhaft-künstlerischen Gestalt  einen Spiegel vor, durch den wir ahnend  ihren tieferen Sinn erfassen können: Erkenne dich selbst und die Welt und mache von deiner Vernunft den rechten Gebrauch! Handele klug und richtig!
    Einseitigkeit wird vermieden durch das Erzählen von Legenden, in diesen wird von Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gesprochen. Im Mittelpunkt stehen  Menschenwesen, die nach der Verwirklichung höchster Lebensziele streben und so  Vorbilder menschlichen Handelns sein können.
  • Das "Alte Testament". Die Vertreibung aus dem Paradies ist für viele Kinder im neunten Lebensjahr insofern auch ein persönliches Motiv, weil sie nun ein erstes Bewusstsein für ihre Einzigartigkeit erfahren, aber gleichzeitig auch so etwas wie Einsamkeit oder ein sich Alleingelassen fühlen.
  • In der nordisch-germanischen Mythologie, der Edda, finden wir die Darstellung des Entwicklungsprozesses von Göttern, Welt, Mensch und Naturkräften. Hier wird ein Bewusstseinswandel beschrieben, der sich in diesem Alter  auch  in den Kindern vollzieht.
    Die „Götterdämmerung“ ist die Folge von Handlungen, Schuld und Erfüllung.
    Die Veränderungen in der Götter- und Menschenwelt lassen Konsequenz,  Mut und den Hoffnungsschimmer einer neuen Zeit erleben.