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Lernen in Bewegung

Veröffentlicht in Lernen und Lehren

Das Bewegte Klassenzimmer - Lernen in Bewegung

In welch hohem Maße menschliches Lernen und Bewegen miteinander verknüpft ist, zeigt nicht nur unsere Waldorfpädagogik, die einen Bestandteil des Hauptunterrichts der Bewegung im weitesten Sinne zuschreibt, dem rhythmischen Teil, sondern wird inzwischen auch durch die Ergebnisse neurobiologischer, entwicklungspsychologischer und pädagogischer Forschung unterstrichen. Lernen ist eben eine Tätigkeit, die nicht ausschließlich mit äußerer körperlicher Ruhe verbunden ist.

Lernen in BewegungLernen in BewegungSo erscheint es nicht verwunderlich, dass das Kollegium seit 2005 Tische und Stühle aus unserem Unterstufenhaus „Morgenstern“ weitgehend verbannt hat. Stattdessen stehen handliche Bänkchen und Sitzkissen auf einem warmen Teppich zur Verfügung. Damit sind Bewegungsmöglichkeiten geschaffen, die als „Motor“ und „Mittler“ des Lernens dienen können.
Die Motivation, sich zu bewegen, bewegend zu lernen, kommt ganz aus dem Kinde. Wir greifen sie auf, geben der äußeren Bewegung im Unterricht eine Struktur, sie bekommt einen Rhythmus und kann zielgerichtet werden.

Die Bänkchen erlauben vielfältige EinsatzmöglichkeitenDie Bänkchen erlauben vielfältige EinsatzmöglichkeitenDie Bänkchen erlauben eine Vielfalt an Möglichkeiten des Einsatzes, begonnen bei der Kreisform, in der alle Partner „gleichberechtigt“ sind, sich gegenseitig wahrnehmen können und niemand einen Partner im Rücken hat, bis zu Gruppenbildungen und Einzelarbeitsplätzen ist alles ohne großen Aufwand möglich. Die Bänkchen können sogar als „Turngerät“ eingesetzt werden: wir hüpfen über, stehen und sitzen auf oder balancieren gar in verschiedenen Höhen und Schrägen auf ihnen. So kann sich eine äußere Bewegung verwandeln in eine innere Beweglichkeit.

Schulung der unteren SinneSchulung der unteren SinneDas kindliche Lernen beruht überwiegend auf Eigenaktivität und geht von sinnlichen Wahrnehmungen und Empfindungen konkreter Sinneseindrücke aus. Wir sprechen gerne in diesem Zusammenhang von den unteren Sinnen: Lebens-, Eigenbewegungs-, Tast- und Gleichgewichtssinn. Die Tätigkeiten dieser Sinne sind „Nahrung“ für das sich bildende kindliche Gehirn. Grob- und feinmotorische Übungen entwickeln und differenzieren so ganz bestimmte Bereiche des Gehirns, auf deren Grundlage das Lernen stattfinden kann, sind also Voraussetzung für Lernen überhaupt. Auch die emotionale Intelligenz und die soziale Kompetenz des Kindes werden durch das Zusammenspiel aller sinnhaften Wahrnehmungen gefördert.

E. Müller