Rückblick auf das Jubiläumsfest

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Das zentrale Anliegen der Waldorfpädagogik ist, zu Selbständigkeit und Selbstbewusstsein zu erziehen und somit eigene Erkenntniskräfte im Kind wachzurufen und nicht eine „top down-Kultur“ zu kultivieren, die nur angelerntes Wissen und Können reproduziert. JubiläumsfestDer Zirkus Allotria verwandelte die Bühne in eine Manege.Das Ich, wie es die Waldorfpädagogik begrifflich zugrunde legt, bildet sich außerdem am Du, deswegen hat die Gemeinschaft in Kindergarten und Schule eine zentrale Bedeutung. Wir sehen in der Erziehung zur Autonomie einen wichtigen Bildungsauftrag, da die gegenwärtige Kultur den Menschen entweder im Sinne des Determinismus oder als Produkt einer Zufallsevolution ansieht, nicht aber als zur Freiheit befähigtes Wesen.

Diesem Ideal wollen wir mit unserer Arbeit in Kindergarten und Schule folgen. Unsere Absicht auf dem Jubiläumsfest war, diese Arbeit ansatzweise vorzustellen und das Leben in unserer Gemeinschaft der Öffentlichkeit zu repräsentieren.

Das, was ich persönlich in dieser Veranstaltung erlebt und gesehen habe, war ein echtes Abbild dieses alltäglichen Geschehens.JubiläumsfestDie 12. Klasse begeisterte mit Szenen aus dem Sommernachtraum. Ich habe vor allem Kinder gesehen, wie sie mit Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, mit Spaß und künstlerischem Können und mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit vor über 500 (!) Zuschauern authentisch und sicher ihre Darbietungen auf die Bühne brachten. Auch die Beiträge unserer „Unterstützer“ (Kammerorchester Armonico, It‘Z Gospelpower, Kulturhof, Eurythmieensemble) waren durch künstlerisches Können und Herzenswärme geprägt. Das gesamte Arrangement mit den Zwischenspielen (Sommernachtstraum !!!) und allen Rednern gab mir das Gefühl der Verbundenheit mit der Gemeinschaft. Nicht zu vergessen, das von den Eltern bereitgestellte Buffet, welches den Abend zu einem Event der Superlative abrundete.

JubiläumsfestDie 11. Klasse rezitierte Rainer Maria Rilke eindrucksvoll.Ich muss zugeben, dass mir zum Schluss beim „Abendsegen“ die Tränen – und nicht nur bei mir – in den Augen gestanden haben.

Alle konnten während des gesamten Abends eine Ahnung davon bekommen:

Heilsam ist nur, wenn
Im Spiegel der Menschenseele
Sich bildet die ganze Gemeinschaft
Und in der Gemeinschaft
Lebet der Einzelseele Kraft.                        
(5. November 1920 Rudolf Steiner)

Friedhelm Schirlinger