Musikalisches Erlebnis in St. Laurentii

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Chor- und OrchesterkonzertWohl dem, der dabei sein konnte. Es war wieder einmal zur Krönung des Schuljahres ein großes Erlebnis, bei der Ernte der Früchte der Arbeit teilnehmen zu dürfen. Das Sommerkonzert hat ja schon eine lange Tradition. Ursprünglich war es der Eltern-Lehrer-Chor, der sein über das Jahr Erübtes vorstellte und damals (um die Jahrtausendwende) durch eine Reihe von Kirchen zog. Jetzt ist es im Laufe der Jahre erfreulicherweise weiter angewachsen und zu einem „Großunternehmen“ geworden. Und das wollte bewältigt werden! Diesmal sollten die Beiträge unter dem Motto „Filmmusik, Musical und Oper“ stehen. Wir waren gespannt.

Chor- und OrchesterkonzertIch will gar nicht so sehr auf die einzelnen Stücke und die Solisten eingehen, sondern auf den Gesamteindruck, den dieses Ereignis auf mich machte. Die St. Laurentii-Kirche bietet mit ihrer Größe und ihrer Akustik eine großartige Möglichkeit, Musik zum Erklingen zu bringen. Also eine gute Voraussetzung für ein solches „Jahresabschlusskonzert“. Festlich gekleidete Schüler strömten in die Kirche. Eine gewisse Spannung lag in der Luft, die sich auch in dem aufgeregten Hin und Her der Kinder zeigte. Als die letzten Gäste dann ihren Platz in der vollen Kirche gefunden hatten, konnte es endlich losgehen. Die Küsterin begrüßte und gab ihrer Vorfreude Ausdruck, so viele Kinderstimmen erklingen zu hören.

Chor- und OrchesterkonzertDas Mittelstufenorchester unter der Leitung von Sören Zanner machte den Anfang. Ausgewogen und fein abgestimmt erklangen die einzelnen, recht anspruchsvollen Stücke. Die viele Probenarbeit hat sich hier offenbart.

Und dann schloss sich der Chor aus der 3. Und 4. Klasse an. Es ist ja immer wieder ein Augenschmaus, diese Kinder in ihrer Natürlichkeit mit ihren leuchtenden Augen und ihrer Freude am Singen zu erleben. Hinzu kam diesmal, dass sie sich zu den Stücken aus der Oper „Hänsel und Gretel“ bewegen durften und dies in einer Anmut, wie es eben nur Kinder in dieser Altersgruppe noch können. Bewundernswert auch, wie aus solch einem „Ameisenhaufen“ so ein geformter Klangkörper entstand mit dem Charme, der auf die Zuhörer gleich übersprang.

Chor- und OrchesterkonzertEine Tradition ist es inzwischen auch geworden, dass in dem Sommerkonzert  das Orchester der VHS  „Armonico“ mit dabei ist. Unter der Leitung von Matthias Pufall erklang aus den Vier Jahreszeiten „Frühling“ und „Sommer“, das Filmserienthema „Game of Thrones“ sowie „Palladio“ in klangfüllender Weise.

Es schloss sich der Mittelstufenchor mit Unterstützung der 11. Klasse sowie dem Orchester „Armonico“an. Die Ohrwurm-Melodien aus dem Chor- und OrchesterkonzertFilm „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ animierten  zum (leisen) Mitsingen oder Mitschwingen. Die 6.- und 7.-Klässler überzeugten durch ihre Geschlossenheit und Gesangsklarheit. Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags!

Nach der Pause trat der Eltern-Lehrer-Chor mit einem Medley aus dem „Phantom der Oper“ auf. Es ist schon bemerkenswert, wie aus einem relativ kleinen Chor ein solcher Klangkörper sich entwickelt hat.

Chor- und OrchesterkonzertEtwas später sang der Chor noch ein Medley aus der „West Side Story“ und schließlich erklang der „Gefangenenchor“ aus Nabucco. Spätestens jetzt war es „Gänsehaut pur“, die sich zeigte, als die einzelnen Stimmen sich im Kirchenschiff ausbreiteten und sich zu einem Wohlklang formten. Ein weiterer Höhepunkt im Programm!

Chor- und OrchesterkonzertNicht unerwähnt bleiben soll der Chor der 11. Klasse, der das „Mühlenlied“ aus der Oper „Krabat“ aufführte und dabei besondere stimmliche Geschlossenheit zeigte. Eine typische Waldorfklasse mit 11jähriger Erfahrung eben!

Den Abschluss bildete schließlich der „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ mit allen Mitwirkenden. Welch ein gewaltiges Bild, alle Künstler zusammen auf der Bühne zu erleben! So bildete dieses Werk den Abschluss eines musikalischen Großerlebnisses. Lang anhaltender Beifall  und gut gefüllte Körbchen am Ausgang bestätigten den großen Erfolg dieser Veranstaltung. Chor- und OrchesterkonzertDazu hat besonders die viele Mühe von Lars Köhler beigetragen, ohne dessen unermüdlichen Einsatz diese Unternehmung gar nicht möglich gewesen wäre. Vielleicht ist es ihm im nächsten Jahr möglich, die Programmlänge etwas einzukürzen.

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, was mich bei allem Erfreulichen doch erheblich störte. Es waren die vielen Kinder und auch Erwachsenen, die während der Darbietungen sich durch die Kirche bewegten, kamen oder gingen und es nicht für nötig hielten, auf dem Platz bei den Eltern zu sitzen. Vielleicht ist es bei den Eltern nicht angekommen, dass sie während der Vorstellung für die Aufsicht ihrer Kinder verantwortlich sind. Chor- und OrchesterkonzertUnd: Die Kirche ist kein Spielplatz! Schade auch für diejenigen, die vorne sich konzentrieren und ihr Bestes geben wollen. Sie werden abgelenkt und nicht unerheblich gestört. Künstler sind eben nicht dickfellig! Das sollten wir beim nächsten Mal bedenken und gemeinsam uns darauf aufmerksam machen.

Trotzdem ein großer Dank an alle, die diesen musikalischen Höhepunkt ermöglicht haben. Freuen wir uns auf die weiteren Früchte!

Michael Müller