Einschulung

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Ein strahlend schöner Samstag Morgen. Keine Wolke am Himmel. Das Thermometer schielt auf die 30° Marke. Das Wetter könnte für den Tag der Einschulung nicht schöner sein.

Am Eingangstor unserer Schule heißt ein buntes Bild die neuen Schüler, ihre Familien und Freunde herzlich willkommen. Während die Eltern der zweiten Klasse bereits seit zwei Stunden das Buffet vorbereiten, treffen um kurz nach neun die ersten Kinder mit ihren bunten Ranzen und Schultüten ein. Einige können den feierlichen Augenblick kaum erwarten und sichern sich und ihren Angehörigen im großen Saal die besten Plätze in den vorderen Reihen, von wo aus sie einen ungehinderten Blick auf die frisch gestrichene Bühne mit noch leeren Bänken und einem schön geschmückten Rosenbogen haben.

Die vielen Gäste verfolgen die Einschulungszeremonie.Die vielen Gäste verfolgen die Einschulungszeremonie.Langsam füllt sich der Saal. Unter die Gäste und Erstklässler mischen sich Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse. Ihnen ist klar anzusehen, dass sie jetzt die Großen sind, gehören sie doch seit einer Woche bereits der Oberstufe an. Sie werden in den kommenden vier Jahren stolze Paten der siebzehn neuen Schüler sein.

Inzwischen ist es zehn Uhr. Die Türen schließen sich. Nun geht es los. Zu Beginn entführt Helen Jordan (9. Klasse) die Anwesenden mit zauberhaftem Klavierspiel in „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Anschließend begrüßt Frau Moeschke Schülerinnen, Schüler und ihre Angehörigen feierlich und unternimmt einen Abstecher zu Goethes Farbenlehre. Während sie Eltern, Schüler und Lehrer auffordert, sich zu verbinden und mit viel Energie die Zukunft unserer Kinder - unsere Zukunft - zu gestalten, schleicht sich bei einigen Gästen Glanz in die Augen und stellen sich die feinen Härchen auf den Armen auf. So manch einer erinnert sich an seinen eigenen ersten Schultag oder den seiner Kinder. Die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse schaffen mit einem fröhlichen Tanz noch einmal Raum für solche Erinnerungen.

Frau Haensel erzählt mit viel Freude und Elan.Frau Haensel erzählt mit viel Freude und Elan.Mit viel Elan und das Ziel fest vor Augen betritt die neue Klassenlehrerin, Frau Haensel, die Bühne. Sie erklärt das Klassenzimmer zum Schiff, die Schülerinnen und Schüler zur Crew und sich zur Kapitänin. Gemeinsam werden sie auf große Reise zu vielen neuen Ufern gehen. Frau Haensel ist die Freude über jeden Schüler ihrer ersten Klasse förmlich ins Gesicht geschrieben. Elan und Freude übertragen sich auf die Kinder, die nacheinander aufgerufen werden und mit festem Schritt auf die Bühne eilen, den Rosenbogen durchschreiten, eine großen Sonnenblume in Empfang nehmen und von der Klassenlehrerin und den Klassenbetreuern begrüßt werden.

Die Paten begleiten die Erstklässler zum Klassenraum.Die Paten begleiten die Erstklässler zum Klassenraum.Bevor die Reise losgehen kann, erzählt Frau Haensel den ersten Teil einer Geschichte. Danach sichern sich die Erstklässler und ihre Paten einen festen Halt an einem langen Schiffstau, durchschreiten gemächlich den Saal und begeben sich zum Klassenraum, wo sie sich ungestört auf große Fahrt begeben.

Manch einem Elternteil kommt diese erste Schulstunde trotz reichhaltigem Buffet schier unendlich vor. Danach eilen sie zum geschmückten Klassenraum, bewundern das wunderschöne Tafelbild und nehmen ihre Kinder wieder glücklich in Empfang.

Ein Großvater vertraut mir an, dass er als Kind selber gerne unsere Schule besucht hätte. Es ist schön, wenn bei solchen Gelegenheiten Erwachsene das Kind in sich wieder entdecken. Dafür ist es nie zu spät.

Jürgen Beckmerhagen